Geben Sie Verkaufspreis und Einkaufspreis ein, um Ihren echten Gewinn zu sehen
Was bleibt im Dropshipping wirklich übrig?
Im Dropshipping verkaufen Sie ein Produkt, das Ihr Lieferant direkt an den Kunden schickt. Der Gewinn pro Verkauf ist der Preis, den Sie behalten, nachdem alle Kosten bezahlt sind: Produkt, Versand, Plattform- und Zahlungsgebühren, Werbung, bei Waren aus Drittländern der Zoll, und die Retouren. Dazu kommt die Umsatzsteuer: Der Kunde zahlt in der Regel einen Preis inklusive Umsatzsteuer, Ihr eigentlicher Erlös ist der Nettobetrag. Wer mit dem Bruttopreis rechnet, überschätzt den Gewinn.
Dieser Rechner nimmt Ihren Verkaufspreis brutto, rechnet ihn auf den Netto-Erlös um und zieht alle Kosten ab. Das Ergebnis ist der Gewinn pro Bestellung, die Marge und der Break-even-Preis, unter dem jeder Verkauf Verlust bringt. Die Gebühren und Regeln entsprechen dem Stand Oktober 2026.
So wird der Gewinn berechnet
Der Break-even-Preis ist der Bruttopreis, bei dem der Gewinn genau null ist: Unter ihm decken Netto-Erlös, abzüglich Gebühren und Retouren, die festen Kosten nicht mehr.
Beispiel: Ein Produkt kostet den Kunden 39,90 € inklusive 19 % Umsatzsteuer, der Netto-Erlös beträgt 33,53 €. Einkauf 8,00 €, Versand 3,00 €, Zoll 3,00 € und Werbung 8,00 € je Bestellung ergeben 22,00 € Kosten. Bei PayPal (2,99 % + 0,39 €) fallen 1,58 € Gebühren an, bei 5 % Retouren rechnen Sie mit 1,68 € Verlust. Es bleiben 8,27 € Gewinn, das sind 24,7 % Marge, und der Break-even-Preis liegt bei 29,14 €. Kommt dasselbe Produkt aus einem Lager in der EU und fällt kein Zoll an, sind es 11,27 € Gewinn (33,6 %). Bei eBay (14 % + 0,45 €) bleiben mit Zoll nur 3,81 € (11,4 %).
Zoll bei Waren aus Drittländern
Wer Produkte direkt aus China oder einem anderen Land außerhalb der EU an Verbraucher in Deutschland liefern lässt, zahlt seit dem 1. Juli 2026 einen Zoll. Nach der Zollverwaltung entfällt die Freigrenze von 150 €, stattdessen gilt für Sendungen bis 150 € ein pauschaler Zoll von 3 € pro Warenkategorie in einer Sendung. Wer zehn Paar Socken bestellt, zahlt einmal 3 €, wer Socken, Kabelbinder und Hosen in einer Sendung bestellt, zahlt dreimal. Dazu kommt wie bisher die Einfuhrumsatzsteuer von 19 % oder 7 %. Spätestens ab November 2026 ist zusätzlich eine Bearbeitungsgebühr (Handling Fee) vorgesehen, ihre Höhe nennt die Zollverwaltung noch nicht. Die Regeln können sich ändern.
Im Rechner tragen Sie den Zoll und die Einfuhrkosten, die Sie oder Ihr Lieferant tatsächlich tragen, als Betrag pro Sendung ein. Wer den Zoll nicht kennt, probiert beide Fälle durch: mit Zoll und ohne.
Umsatzsteuer und Kleinunternehmer
Wer umsatzsteuerpflichtig ist, führt die Umsatzsteuer aus dem Verkaufspreis ab und kann die Umsatzsteuer auf Gebühren in der Regel als Vorsteuer abziehen. Wer die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG nutzt (Umsatz bis 25.000 € im Vorjahr und 100.000 € im laufenden Jahr), weist keine Umsatzsteuer aus. Für ihn ist der Bruttopreis der volle Erlös, die Umsatzsteuer auf Gebühren ist ein echter Kostenfaktor. Der Rechner berücksichtigt das im Modus „Kleinunternehmer” vereinfacht mit 19 % Umsatzsteuer auf die Gebühren. Das ist keine Steuerberatung.
Retouren und Widerruf
Verbraucher können einen Online-Kauf nach § 355 BGB innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Sie erhalten den Kaufpreis zurück, einschließlich der Kosten der Standardlieferung. Die Kosten der Rücksendung trägt der Verbraucher, wenn Sie ihn darüber informiert haben und nichts anderes vereinbaren (§ 357 BGB). Im Dropshipping heißt das oft: Sie erstatten den Preis, und die Ware ist beim Lieferanten schwer zurückzugeben.
Wie hoch die Retourenquote ist, hängt stark vom Produkt ab. Die Forschungsgruppe Retourenmanagement der Universität Bamberg ermittelte für 2021, dass im deutschen Onlinehandel fast jedes vierte Paket zurückgeschickt wurde, vor allem bei Mode, und dass ein zurückgeschickter Artikel im Schnitt 2,85 € an Transport- und Bearbeitungskosten verursachte. Dieser Durchschnitt stammt aus einem Markt, in dem vor allem Mode zurückkommt. Bei Direktversand durch einen Lieferanten kann er deutlich abweichen. Tragen Sie deshalb Ihre eigene Quote und Ihre eigenen Kosten pro Retoure ein.
Gebühren und Plattformen
Der Rechner bietet fertige Einstellungen mit Stand Oktober 2026 und „Eigene Eingabe”:
PayPal: 2,99 % + 0,39 € je Zahlung (Standardtarif für Geschäftskonten in Deutschland). Shopify: Die Gebühr hängt von Plan und Zahlungsanbieter ab. Der Rechner startet mit 2,9 % + 0,30 € als Beispielwert, tragen Sie den Satz aus Ihrem Konto ein. Amazon: Verkaufsgebühr je Kategorie, in der Voreinstellung 15 % („Alles andere”), mindestens 0,30 € je Artikel. eBay: Verkaufsprovision je Kategorie, in der Voreinstellung 14 %, plus 0,45 € je Bestellung über 10 €. Eine genauere Aufschlüsselung der Marktplatzgebühren finden Sie im Marktplatz Gebührenrechner.
Etsy fehlt bewusst: Dropshipping ist dort nicht erlaubt, mit der Ausnahme von Bastel- und Partybedarf. eBay erlaubt den Direktversand, Sie bleiben aber für die rechtzeitige Zustellung und die Zufriedenheit des Käufers verantwortlich. Die Regeln von Amazon zum Dropshipping prüfen Sie bitte in Seller Central.
So nutzen Sie den Dropshipping Rechner
1. Preis und Kosten eingeben. Verkaufspreis brutto, Einkaufspreis und Versandkosten pro Stück (netto) und, falls zutreffend, Zoll und Einfuhr pro Sendung.
2. Umsatzsteuer und Plattform wählen. 19 %, 7 % oder Kleinunternehmer, dazu PayPal, Shopify, Amazon, eBay oder eigene Gebühren (Prozentsatz und Fixbetrag).
3. Werbung und Retouren eintragen. Die Kosten pro Kunde (CPA) oder, wenn Sie nur Klickpreis (CPC) und Konversionsrate (CVR) kennen, den Rechner daraus ableiten lassen: CPA = CPC ÷ (CVR ÷ 100). Werbekosten geben Sie netto ein. Dazu Retourenquote und optional Kosten pro Retoure.
4. Bestellungen pro Monat. Die Monatsprognose zeigt Umsatz, Werbebudget und Gewinn bei dieser Menge, der Break-even-ROAS die Mindestrendite Ihrer Werbung.
Was der Rechner nicht abbildet
Der Rechner schätzt den Gewinn pro Bestellung. Nicht enthalten sind die Handling Fee für Drittland-Sendungen, mehrere Warenkategorien in einer Sendung (tragen Sie den Gesamtbetrag ein), Zahlungsanbieter wie Klarna (nutzen Sie „Eigene Eingabe”), Monatsgebühren von Shop und Marktplatz, Chargebacks sowie rechtliche Pflichten wie Impressum und Widerrufsbelehrung. Österreich und die Schweiz sind nicht berücksichtigt. Die Sätze ändern sich: Ihre aktuelle Gebührenübersicht und Ihre Abrechnung haben im Zweifel Vorrang.
Wie Sie Marge und Aufschlag auseinanderhalten, zeigt der Handelsspanne-Rechner, die Marge allgemein rechnen Sie im Gewinnmargen-Rechner nach, Prozentwerte prüfen Sie mit dem Prozentrechner.