um die Marktplatzgebühren zu vergleichen.
Was kostet das Verkaufen auf Marktplätzen wirklich?
Jeder Marktplatz berechnet Gebühren anders: ein Prozentsatz vom Verkaufspreis, eine Zahlungsgebühr, ein fester Betrag pro Bestellung und teils eine Grundgebühr im Monat. Dazu kommt die Umsatzsteuer. Verbraucher zahlen in der Regel einen Preis inklusive Umsatzsteuer, die Gebühren der Plattformen werden aber meist netto angegeben. Wer nur den Bruttopreis und die Prozentsätze vergleicht, rechnet sich den Gewinn schön.
Dieser Rechner nimmt Ihren Verkaufspreis brutto, rechnet ihn auf den Netto-Erlös um und zieht die Kosten und die Gebühren jeder Plattform ab. So sehen Sie bei Etsy, Amazon, eBay und Shopify nebeneinander, was nach Gebühren übrig bleibt. Die Gebühren und Sätze beziehen sich auf den Stand Oktober 2026 und ändern sich regelmäßig.
So wird der Gewinn berechnet
Die Plattformen berechnen ihre Prozentgebühren vom Gesamtbetrag der Bestellung, also von Artikelpreis und Versand, die der Kunde zahlt. Der Rechner macht das genauso und zieht die Gebühr dann vom Netto-Erlös ab.
Beispiel: Ein Artikel kostet den Kunden 54,60 € plus 4,90 € Versand, zusammen 59,50 € inklusive 19 % Umsatzsteuer. Der Netto-Erlös beträgt 50,00 €. Einkauf oder Herstellung kosten 18,00 €, der Versand 4,20 €. Dann bleiben bei Etsy 21,05 € (Marge 42,1 %), bei Amazon 18,87 € (37,7 %, Kategorie „Alles andere” mit 15 %), bei eBay 19,02 € (38,0 %, Kategorie mit 14 %) und bei Shopify 25,77 € (51,5 %, angenommene Zahlungsgebühr 2,9 % + 0,30 €). Shopify liegt vorn, weil der Shop keine Marktplatzprovision verlangt. Dafür bringt Ihnen niemand Kunden, und der monatliche Plan kommt noch hinzu.
Die Gebühren der vier Plattformen
Etsy. Die Transaktionsgebühr beträgt 6,5 % vom Gesamtbetrag der Bestellung inklusive Versand. Bei Zahlung über Etsy Payments in Deutschland kommen 4 % + 0,30 € hinzu, und für jeden Artikel eine Einstellgebühr von 0,20 US-Dollar, die Etsy in Ihre Währung umrechnet. Führt eine externe Anzeige zum Kauf, fällt die Offsite-Ads-Gebühr an: 15 % bei weniger als 10.000 US-Dollar Umsatz in 365 Tagen, sonst 12 %, höchstens 100 US-Dollar pro Bestellung. Bis zur Umsatzgrenze können Sie die Teilnahme ablehnen.
Amazon. Der Verkaufsplan Professional kostet 39 € im Monat zuzüglich Umsatzsteuer, der Plan Individual 0,99 € pro verkauftem Artikel. Dazu kommt die Verkaufsgebühr, ein Prozentsatz vom Gesamtpreis inklusive Versand, mindestens 0,30 € pro Artikel. Der Satz hängt von der Kategorie ab, bei einigen Kategorien auch von der Höhe des Preises. FBA-Gebühren richten sich nach Größe und Gewicht und werden in den Rechner von Ihnen eingetragen.
eBay. Gewerbliche Verkäufer zahlen eine Verkaufsprovision: einen Prozentsatz je nach Kategorie plus einen Fixbetrag pro Bestellung von 0,35 €, bei Bestellungen über 10 € von 0,45 €. Die Gebühren verstehen sich zuzüglich Umsatzsteuer und werden vom Gesamtbetrag der Transaktion berechnet. In vielen Kategorien liegt der Satz zwischen 11 % und 14 %. Zum 1. Juli 2026 hat eBay Sätze geändert und in mehreren Kategorien die Staffelung gestrichen.
Shopify. Hier gibt es keine Marktplatzprovision. Sie zahlen den Monatsplan (Basic ab 27 € im Monat) und die Gebühr Ihres Zahlungsanbieters. Bei Shopify Payments hängt sie von Plan und Land ab, tragen Sie den Satz aus Ihrem Shopify-Konto ein. Nutzen Sie einen externen Zahlungsanbieter, berechnet Shopify zusätzlich 2 % (Basic), 1 % (Grow) oder 0,6 % (Advanced).
So nutzen Sie den Marktplatz Gebührenrechner
1. Preise und Kosten eingeben. Tragen Sie Artikelpreis und Versandpauschale ein, die der Kunde zahlt (brutto), außerdem Einkaufs- oder Herstellungskosten und Ihre Versandkosten.
2. Umsatzsteuer wählen. 19 %, 7 % oder Kleinunternehmer. Der Rechner rechnet den Bruttopreis auf den Netto-Erlös um.
3. Plattform wechseln. Über die Karten sehen Sie Gebühren, Gewinn und Marge für Etsy, Amazon, eBay und Shopify. Bei jeder Plattform stellen Sie ein, was für Sie gilt: Offsite Ads, Kategorie, FBA-Gebühr, Anzeigenrate oder Zahlungsanbieter.
Umsatzsteuer und Kleinunternehmer
Wer die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG nutzt, weist auf seinen Preisen keine Umsatzsteuer aus. Die Umsatzgrenzen liegen bei 25.000 € im Vorjahr und 100.000 € im laufenden Jahr. Wer umsatzsteuerpflichtig ist, führt die Umsatzsteuer aus dem Verkaufspreis ab und kann die Umsatzsteuer auf die Plattformgebühren in der Regel als Vorsteuer abziehen. Für Kleinunternehmer ist das in der Regel nicht möglich, die Umsatzsteuer auf die Gebühren ist dann ein echter Kostenfaktor. Der Rechner berücksichtigt das im Modus „Kleinunternehmer” vereinfacht mit 19 % Umsatzsteuer auf die Gebühren. Diese Hinweise sind keine Steuerberatung; wie Ihre Gebühren abgerechnet werden, zeigen Ihre Rechnungen der Plattform.
Was der Rechner nicht abbildet
Der Rechner schätzt den Gewinn pro Verkauf. Nicht enthalten sind Monatsgebühren und Pläne (Shopify, Amazon Professional, eBay-Shop), Werbekosten außer den ausgewählten Anzeigenraten, Retouren, Währungsumrechnung, Aktionsrabatte und ermäßigte Sätze für Gebrauchtware bei eBay, Plattformen wie Kaufland oder OTTO sowie Österreich und die Schweiz. Die Sätze ändern sich: Ihre aktuelle Gebührenübersicht bei der Plattform hat im Zweifel Vorrang.
Wie hoch Ihre Marge im Verhältnis zum Preis ausfällt, rechnen Sie auch im Gewinnmargen-Rechner nach. Der Unterschied zwischen Marge und Aufschlag steht im Handelsspanne-Rechner, Prozentwerte prüfen Sie mit dem Prozentrechner.